Drei VetoLabs in den Zukunftsräumen – ein kleines Fazit

Als ich das VetoLab zum ersten Mal in den Zukunftsräumen angeboten habe, hatte ich durchaus die Sorge: Kommt überhaupt jemand?

Die Gruppe ist klein und überschaubar. Inzwischen weiß ich: Ja, es kommen Menschen. Und vor allem: Es funktioniert.

Was ich an den drei Abenden besonders schön fand, war die Offenheit und Neugier aller, die dabei waren. Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und ganz unterschiedlichen Themen haben sich aufeinander eingelassen. Sie haben Gedanken, Ideen und Gefühle miteinander geteilt, ohne sie gegenseitig zu bewerten.

Am Anfang war das für manche gar nicht so einfach. Wer zum ersten Mal dabei war, musste sich erst einmal auf die ungewohnte Form einlassen. Diejenigen, die schon öfter dabei waren, haben die weiteren Termine irgendwann mit einer Selbstverständlichkeit genommen: kommen, ausprobieren, mitmachen – ohne vorher wissen zu müssen, was genau passiert.

Genau das bedeutet für mich „offen“: Jeder kann jederzeit einsteigen. Es ist überhaupt nicht wichtig, ob man schon alles kennt oder kann. Das VetoLab ist für mich wie ein offenes Buffet: Man kann sich nehmen, was gerade passt, etwas ausprobieren, etwas liegen lassen und beim nächsten Mal wiederkommen.

Vielleicht ist genau das eine Fähigkeit, die wir in einer komplexen Welt immer mehr brauchen: nicht ständig zu versuchen, Komplexität auszublenden oder zu reduzieren, sondern zu lernen, mit ihr umzugehen und sie zu „surfen“. Unterschiedliche Menschen, Perspektiven und Themen müssen sich dabei nicht gegenseitig ausschließen.

Und mich selbst hat das VetoLab ebenfalls etwas gelehrt. Meine anfängliche Sorge, ob überhaupt jemand kommt, ist inzwischen einer großen Entspannung gewichen. Ich weiß: Der Raum trägt. Und vielleicht ist jetzt der nächste Schritt, dass noch mehr von den Menschen selbst hineinkommt.

Deshalb möchte ich künftig stärker dazu einladen, eigene Themen mitzubringen. Etwas, das euch gerade beschäftigt. Eine Frage, ein Gedanke, eine Situation, bei der ihr nicht weiterkommt. Oder einfach etwas, das ihr gerne einmal mit anderen anschauen möchtet.

Dafür gibt es unsere Signal-Gruppe. Dort kündige ich die nächsten Termine und Inhalte an – und künftig möchte ich dort auch nachfragen, welche Themen die Menschen selbst mitbringen möchten.

Denn letztlich geht es mir genau darum: einen Raum zu schaffen, in dem Menschen sich sicher genug fühlen, ihren eigenen Integritätsmuskel zu trainieren, Gedanken und Ideen miteinander zu teilen und dabei Verbindung entstehen zu lassen.

Vielleicht brauchen wir gerade davon ein bisschen mehr: Räume, in denen Unterschiede nicht sofort zu Polarisierung führen, sondern neugierig machen.

Eure Manuela Röthenbacher

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